Business as usal Pt. 2: Knock me out

erstellt von Sebastian Schuster zuletzt verändert: 12.01.2014 20:19

Adriana beobachtete wie der Rauch die Glut verlässt und sich wenige Millimeter darüber zu einem dünnen Faden sammelt. Er zog sich duch die fale Luft des Gebäudes wie ein Tropfen Milch in einem Wasserbecken. Ihr Blick folgte dem Faden bis er sich in der Dunkelheit der Hallendecke verlor. Langsam schweifte er von Giebelbalken zu Gibelbalken, an den langen, hohen Stützsäulen entlang, bis zum veschlossenem Tor am anderen Ende der Halle. So gut sie diesen Ort kannte, so wenig wusste sie über ihn. Sie hatte sich immer vorgestellt, dass er einmal vollgestellt war mit industriellen Produktionsmaschinen. Der Alte Mann von gegenüber hatte behauptet, es sei mal eine Kirche gewesen. Seitdem nahm sich Adriana jedesmal vor, bei ihrer Heimkehr die Geschichte des Gebäudes nachzuschlagen. Jedesmal vergas sie es. Die Welt brach jedes Mal zu schnell über sie herein. Und das Netz mitnehmen in die Halle war ausgeschlossen. Die Halle war ihr Ort ohne Netz. Ohne Menschen. Ohne alles. Zigaretten ausgenommen. Sie nahm einen Zug. Atmete ein. Atmete aus. Verfolgte dem Rauch, wie er die Glut verlässt und sich wenige Millimeter darüber zu einem dünnen Faden sammelt und in der Höhe der Halle verlor. Sie kam schon seit Jahren hierher und hatte sich immer noch nicht an die Leere gewöhnt, die die Halle barg. Als sei sie gebaut worden von einem reichen Mäzen, um sein wertvollstes Gut auf Erden zu ehren: 100 Kubikmeter Leere. Vielleicht war es ein Kunststück und sie der einzige Gast der Ausstellung. Vielleicht ein Coup der Tabakindustrie, iher Verkäufe an Adriana hoch zu halten. Sie nahm einen weiteren Zug, wollte einen nehmen, die Zigarette war in ihrer Hand runtergebrannt und ergeschloschen. Sie legte sie zu den anderen auf den Steinboden neben ihre Füße. Nächstes Mal würde sie wieder eine Kehrschaufel mitnehmen. Sie stand auf. Stellte sich gerade hin und nahm einen letzten, trinkenden Blick in ihre Halle. Sie lächelte und drehte sich der Hallentür zu. Dort lag ihr Netpack. Es war Zeit zurück nach hause zu kehren.

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